Zahnaufhellung bzw. Bleaching – Was Zahnärzte aus steuerlicher Sicht beachten müssen

Für Zahnärzte gilt grundsätzlich die Umsatzsteuerbefreiung des § 4 Nr. 14 Umsatzsteuergesetz.

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Beachtet werden muss aber, dass diese Steuerbefreiung nur für die Durchführung von Heilbehandlungen gilt. Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin dienen der Diagnose, Behandlung und, soweit möglich, der Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsstörungen. Sie müssen einen therapeutischen Zweck haben.

Auch ästhetische Behandlungen sind Heilbehandlungen, wenn diese Leistungen dazu dienen, Krankheiten oder Gesundheitsstörungen zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen oder die Gesundheit zu schützen, aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen

Bei Zahnaufhellungen (Bleaching) wäre diese Voraussetzung der Steuerbefreiung erfüllt, wenn die Zahnaufhellungen dazu dienen, die infolge einer Vorschädigung eingetretene Verdunklung der Zähne zu behandeln. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn die Zahnaufhellung wegen der Dunkelfärbung eines nervtoten Zahnes erforderlich ist (BFH Urteil vom 19.03.2015 – V R 60/14).

Denkbar wäre auch, dass bei dem Patienten wegen der Zahnfarbe eine psychische Störung vorliegt. Auch dann könnte das Bleaching umsatzsteuerfrei abgerechnet werden, da es wieder um die Behandlung einer Gesundheitsstörung geht. Das Vorliegen einer psychischen Störung müsste aber durch einen Fachspezialisten (z. B. Psychologen) indiziert werden (BFH, Beschl. vom 19.06.2013 – V S 20/13 (NV)). Sie als Zahnarzt können die psychische Störung nicht diagnostizieren.

Für die Anwendung der Umsatzsteuerbefreiung kommt es also letztlich darauf an, ob die Zahnaufhellung im Rahmen einer Gesamtbehandlung einer Gesundheitsstörung erfolgt.

Wenn Sie das Bleaching umsatzsteuerfrei abrechnen wollen, müssen Sie zwingend dokumentieren, dass das Bleaching bei dem jeweiligen Patienten aufgrund einer vorher bestehenden Vorerkrankung (z. B. nervtoter Zahn) erfolgte bzw. dass das Bleaching notwendig war, um die negativen Folgen (Zahnverdunkelung) einer vorherigen Zahnerkrankung zu beseitigen.

Besteht kein Zusammenhang zwischen der Zahnaufhellung und einer Vorerkrankung müssen Sie die Einnahmen der Umsatzsteuer unterwerfen.

Anders ist es bei der professionellen Zahnreinigung, bei der Zähne und Zahnzwischenräume gesäubert, von Belägen befreit, poliert und fluoridiert werden. Diese Leistungen der Zahnärzte dienen zur zahnmedizinischen Prophylaxe und gehören deshalb zu den umsatzsteuerfreien Heilbehandlungen. Die Umsätze die mit der professionellen Zahnreinigung erzielt werden können ohne weiteres umsatzsteuerfrei abgerechnet werden (A. 4.14.3 Abs. 8a UStAE).

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