Eine doppelte Haushaltsführung ist auch möglich, wenn Sie von Ihrem Beschäftigungsort wegziehen.

 

Wer Sie an einem Ort arbeiten, an diesem Ort wohnen und zusätzlich an einem anderen Ort einen eigenen Haushalt unterhalten können die Aufwendungen für die Wohnung am Arbeitsort im Rahmen der sog. doppelten Haushaltsführung steuerlich geltend machen.

 

Dabei kann die doppelte Haushaltsführung selbst dann geltend machen, wenn Sie aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegziehen und erst dadurch am Ort der Beschäftigung ein Zweithaushalt entsteht.

 

Die Wohnung am Beschäftigungsort

 

Allerdings muss die Wohnung am Beschäftigungsort dennoch aufgrund einer beruflichen Veranlassung beibehalten werden. Aus Vereinfachungsgründen ist hiervon immer auszugehen, wenn der Weg von der Zweitwohnung zur Arbeitsstätte weniger als die Hälfte der Entfernung zwischen der Hauptwohnung und der Arbeitsstätte beträgt.

 

Wenn beispielsweise die Hauptwohnung 170 km von der Arbeitsstätte entfernt ist, dürfte die Wohnung am Arbeitsort somit nicht weiter als 85 km von der Arbeitsstätte entfernt liegen.

 

Die Wohnung am Heimatort

 

Weiterhin muss die Hauptwohnung bei Ihnen als eigener Hausstand anerkannt sein. Ein eigener Hausstand setzt eine eingerichtete, den Lebensbedürfnissen entsprechende Wohnung voraus, an der sich Ihr Mittelpunkt der Lebensinteressen befindet. Diese Voraussetzung ist schwer nachprüfbar. Deshalb verlangt das Finanzamt dass Sie die Hauptwohnung aus eigenem Recht nutzen können. Hierfür genügt ein mündliches Untermietverhältnis, nachdem Sie die Wohnung in Stadt B nutzen dürfen.

 

Seit 01.01.2014 wurde diese Anforderung noch verschärft. Sie müssen dem Finanzamt nun auch nachweisen, dass Sie sich finanziell an den laufenden Kosten der Haushaltsführung der Hauptwohnung beteiligen Dabei muss die Beteiligung mehr als 10 % der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Haushaltsführung, z. B. Miete, Kosten für Lebensmittel übersteigen. Die finanzielle Beteiligung an den Kosten müssen Sie dem Finanzamt im Zweifel nachweisen. Beispielsweise durch monatliche Überweisungen an den Vermieter, den Lebensgefährten oder die Eltern.

 

Gelingt Ihnen dieser Nachweis können Sie die Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen.

 

Welche Kosten geltend gemacht werden können

 

Im Einzelnen sind folgende Kosten ansetzbar:

 

  • die notwendigen Kosten der Zweitwohnung am Beschäftigungsort (z. B. Miete, Nebenkosten, Aufwendungen für Pflege und Reinigung, Zweitwohnungsteuer, Kfz-Stellplatz, unter Umständen Aufwendungen für notwendige Einrichtungsgegenstände)
  • Mehraufwendungen für Verpflegung können Sie bei einem Wegzug vom Beschäftigungsort in der Regel nicht mehr ansetzen. Denn die Verpflegungspauschale kann nur für die ersten 3 Monate angesetzt werden. Bei einem Wegzug vom Beschäftigungsort ist dieser Zeitraum regelmäßig schon verstrichen.
  • Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung können höchstens 1 000 Euro im Monat angesetzt werden.
  • Für die Fahrtkosten zwischen der Wohnung am Beschäftigugnsort und der Wohnung am Heimatort können Sie pauschal 30 Cent je Entfernungskilometer für eine Fahrt wöchentlich als Werbungskosten abgezogen werden (sog. Familienheimfahrten).

 

Wann können die Kosten für die doppelte Haushaltsführung geltend gemacht werden?

 

Die Kosten für die doppelte Haushaltsführung können Sie als Werbungskosten von Ihrem Arbeitslohn absetzen. Sie können die Werbungskosten entweder bei Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, die frühestens im Folgejahr erstellt wird. Alternativ können Sie bereits im laufenden Jahr einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Dann muss Ihr Arbeitgeber diese Werbungskosten bereits bei dem Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Das hat dann zur Folge, dass Ihr Nettogehalt steigt, da ihr Arbeitgeber nicht so viel Lohnsteuer für Sie einbehalten muss.

 

 

 

 

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